Tagebuch des Kehala Nandustreu xx. XXXXXXX 1035 BF - Aus dem Stamm der Napewanha Charaktere: - Fiorenzo Armado "Fio" Lucanez: ein Nandusgeweihter aus dem Brabaker Tempel, der sich aus der Stadt zurückgezogen hat, um den Regenwald zu studieren. Er lebt in einem kleinen Dorf am Rande der Zivilisation und unterrichtet die örtliche Bevölkerung, besonders die Kinder. Er hat Kehala bei sich aufgenommen und bringt ihm Dinge bei, die er braucht, um später selbstständig zu lernen: Garethi, Bosparano, Lesen, Schreiben, Rechnen, die Gebote der Nanduskirche, etwas Geographie. - Simiona Malagro: ein junges Mädchen, das nach einem Unfall zu schwach für die harte Plantagenarbeit die (?) ist und deshalb im Dorf bleibt. Sie kommt jeden Tag zu Fios Hütte und wird zusammen mit Kehala unterrichtet. Sie zeigt und erklärt Kehala Dinge, die Fio ihm nicht beibringt. - Lyleïcon di Phrÿgoros, Vorsteherin des Nandustempels in Brabak, eine greise alte Frau (aber nicht so senil, wie sie aussieht). Bewirtet Kehala für eine Nacht und gibt ihm Geld für die Fahrt nach Norden. Siehe Kirchen, Kulte, Ordenskrieger 104 - Jemelian von Sinoda: ein reisender Maraskaner auf dem Weg nach Thorwal, dem Kehala auf dem Schiff begegnet. Er bringt Kehala ein maraskanisches Zahlenspiel bei und erzählt ihm vom Rur-und-Gror-Glauben - Tsamaris Lichthagen: eine junge Tsageweihte aus der Nähe von Greifenfurt, die Kehala zwischen Albenhus und Ferdok begleitet. Sie bringt ihm mehr über das Pantheon der Zwölfgötter und über die mittelreichische Flora und Fauna bei. Reiseroute: - Zu Fuß nach Brabak (3 Tage, Abreise 23. Rahja) - Ein Tag Aufenthalt in Brabak (26. Rahja) - Mit dem Schiff nach Neetha (4 Tage, 27. - 30. Rahja) - Aufenthalt in Neetha (5 Tage, 1. NL - 5. NL) - Mit dem Schiff nach Triveth (2 Tage, 1. - 2. Praios) - Zu Fuß nach Elenvina (2,5-3 Tage, 3. - 5. Praios) - Auf dem großen Fluss nach Albenhus (7 Tage, 6. - 12. Praios) - Aufenthalt in Albenhus (13. Praios) - Weiter auf dem großen Fluss nach Ferdok (5 Tage, 14. - 18. Praios) - Aufenthalt in Ferdok (19. Praios) - Auf der Ferdokstraße (Reichsstraße 6) bis Ackbar (4 Tage, 20. - 23. Praios) - Von da aus nach Süden richtung Eslamsgrund (1 Tag. 24. Praios) Vorwort: Dies ist das Tagebuch des Akoluthen Kehala Nandustreu aus dem Stamm der Napewanha, Schüler des Geweihten Fiorenzo Armado Lucanez, den man Fio nennt. Die ersten etwa zweihundert Monde meines Lebens verbrachte ich bei meiner Sippe an den Ufern des Fluss Mysob. Zu Beginn der Regenzeit vor etwas mehr als drei Jahren hatte ich jede Nacht Träume und Visionen von Einhörnern und Symbolen, von denen ich Heute weiß, dass es Nanduriazeichen sind. Ich fragte meinen sippenältesten um hilfe, doch der schickte mich fort. 15. Rahja 1030 Fio sagt, ich soll bald zu einer Reise aufbrechen, um mehr von der Welt zu sehen. Ich soll nach Norden, ins Mittelreich reisen. Mein erstes Ziel soll Rommilys sein, wo der Hesindetempel vor zwei Jahren im Krieg beschädigt wurde. Einer der Geweihten ist ein Bekannter von Fio und hat versprochen, mich in Sternen- und Magiekunde zu unterrichten, wenn ich beim Wiederaufbau helfe. Damit ich aufschreiben kann, was ich auf der Reise alles lerne, habe ich dieses Tagebuch, ein frisches Tintenfass und ein paar Gänsefedern von Fio bekommen. Es geht wohl erst in zwei Wochen los, aber ich will schon etwas üben, weil ich bisher nur auf einzelne Blätter geschrieben habe und nie in ein richtiges Buch. 16. Rahja 1030 Simiona war heute hier. Sie kommt seit ein paar Monaten öfter vorbei, weil sie sich das Bein gebrochen hat und ihren Eltern nicht bei der Arbeit helfen kann. Fio bringt ihr lesen und schreiben bei. Ich habe ihr von meiner Reise erzählt. Erst hat sie sich für mich gefreut, dann war sie traurig, dass ich gehe. Sie hat Fio gefragt, ob sie mit mir kommen kann, falls ihre Eltern es erlauben. Leider geht das nicht, so lange ihr Bein nicht richtig verheilt ist und die Reise währe auch viel zu teuer. Ich habe ihr versprochen, dass ich ab und zu einen Brief schreibe. Sie sagt, dass sie jetzt extra fleißig lernen wird, um meine Briefe zu lesen. 17. Rahja 1030 Ich habe Fio gebeten, mir etwas über das Mittelreich zu erzählen, aber er sagt,ich soll das selbst herausfinden. Simiona weiß auch nichts über das Mittelreich, also sind wir zum alten Nestario Botero gegangen, der in seiner Jugend mal eine Pilgerreise nach Gareth gemacht hat. Vieles von dem, was er erzählt hat, habe ich nicht verstanden, aber es leben sehr viele Menschen in Gareth. Ihr Stammesältester war damals Reto. Heute ist sind es Selindian und seine Schwester Rohaja, die sich aber nicht mögen. Außerdem gibt es im Norden Zwerge und Elfen. Zwerge sind klein und haben lange Bärte, Elfen sind groß und hübsch. Ich bin gespannt, ob ich auf meiner Reise welche treffe. 18. Rahja 1030 Letzte Nacht hatte ich wieder eine Vision. Ein weißes Einhorn führte mich durch eine mir unbekannte Landschaft. Sie war grün bewachsen, aber nicht so lebendig, wie hier in der Gegend. Sieht so der Norden aus? Auf einem Pfad stand ein Mann mit einer großen Kristallkugel in den Händen. Um ihn kreisten einige Nanduriazeichen. [PETERSEN in Nanduria] Das Wort ergibt keinen Sinn. Ob das sein Name ist? Während ich ihn beobachtete, erschien hinter ihm ein schwarzer Schatten. Kurz danach wachte ich auf. Was hat diese Vision zu bedeuten? Ist der Mann in Gefahr? Bin ich in Gefahr? 19. Rahja 1030 Fio sagt, viele Bücher, die ich im Norden lesen werde, sind in Bosparano geschrieben. Deshalb habe ich mit ihm zusammen noch einmal meine Vokabeln und Grammatik wiederholt. Während mir das Garethi inzwischen fast so leicht fällt, wie das Mohische, mit dem ich aufgewachsen bin, habe ich mit Bosparano immer noch Probleme. ne discere cessa Ich bemerke langsam auch, wie meine Schrift in diesem Tagebuch leserlicher wird und weniger verwischt. Außerdem kostet mich jeder Eintrag weniger Zeit als der davor und meine Hand schmerzt vom Schreiben kaum noch. 20. Rahja 1030 Schon wieder eine Vision von dem Mann und dem Schatten. Dieses Mal sah ich, dass der Schatten auf ihn zukam, doch der Mann schien ihn nicht zu bemerken. Er stand nur da und blickte in seine Kristallkugel. Erst nachdem ich nach ihm rief, drehte er sich um und warf seine Kugel nach dem Schatten. Die Kugel durchschlug den Schatten, der zu einer schwarzen Wolke zerfiel und sich kurz darauf wieder formte. Der Mann hob eine Hand und die Kugel flog zu ihm zurück, wobei sie den Schatten nochmal traf und ihn endgültig zerschlug. Was will mir Nandus mit diesen Träumen sagen? 21. Rahja 1030 Heute habe ich mit Fio die Reiseroute besprochen. Ich soll zuerst am Mysob entlang bis nach Brabak gehen. Dort gibt es einen Nandustempel, wo man mir alles gegeben wird, was ich für die weitere Reise brauche. Von da an geht es mit einem Boot nach Norden bis Triveth, das schon zum Mittelreich gehört. Von da aus muss ich die Windhagberge überqueren, um zum großen Fluss zu kommen. Dann aus nehme ich nochmal ein Boot nach Ferdok im Osten. Der letzte Abschnitt führt mich zu Fuß an Gareth vorbei. Insgesamt werde ich etwa einen Monat lang unterwegs sein, bis ich in Rommilys ankomme. 22. Rahja 1030 Eigentlich wollte ich früh schlafen gehen, aber die Aufregung hält mich wach. Morgen bei Sonnenaufgang werde ich aufbrechen. Ich habe mit Fio und Simiona die letzten Vorbereitungen getroffen: Proviant für den ersten Reiseabschnitt eingepackt, meine Kutte geflickt und mich von allen im Dorf verabschiedet. Simionas Mutter hat mir ein Päckchen Inrahkarten geschenkt, das Simionas Bruder mitgebracht hat, als er das letzte Mal in Brabak war. Ich wollte sie nicht annehmen, weil die Familie sehr arm ist, aber sie sagt, das ist ihre Spende an die Nanduskirche. Die Karten sind gedruckt und nicht ganz so aufwändig gestaltet, wie die handgemalten, die Fio hat, aber ich bin mir sicher, sie werden mir gute Dienste erweisen. Zur Übung habe ich Simiona den Lebensbaum gelegt zur Frage, ob sie auch einmal als Nandusakoluthin durch die Welt reisen wird.